Energetische Optimierung der Kläranlage Spelle

Nachdem die Voruntersuchungen im Rahmen des Klimaschutzteilkonzeptes für die Kläranlage Spelle zum Ergebnis hatten, dass eine Umrüstung der Kläranlage auf anaerobe Faulung mit Eigenstromerzeugung wirtschaftlich unter Umweltgesichtspunkten sinnvoll ist, beantragte der Wasserverband Lingener Land im November 2015 bei der Niedersächsischen Förderbank (NBank) Zuwendungen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für „Bauliche Maßnahmen zur Energieeinsparung und Verbesserung der Energieeffizienz auf der Kläranlage Spelle durch Umrüstung von Schlammstabilisierung auf Schlammfaulung und Eigenstromerzeugung mit BHKW“.

Mit Schreiben der NBank vom 25. August 2016 wurde dem WVLL die beantragte Zuwendung aus dem Förderprogramm „Energieeinsparung und Energieeffizienz bei öffentlichen Trägern sowie Kultureinrichtungen“ in Höhe von 1.000.000,00 € gewährt. Dies entspricht einem Fördersatz von 46,07106 % der geschätzten förderfähigen Ausgaben in Höhe von 2.170.560,00 €. Daher konnte mit Wirkung vom 26.08.2016 förderunschädlich mit der Umsetzung des Projektes begonnen werden.

Im Rahmen der Vorplanung durch das beauftragte Ingenieurbüro Born und Ermel wurden, wie im Förderantrag vorgesehen, verschiedene Varianten zur baulichen Ausführung des Faulbehälters untersucht. Neben der Neuerrichtung eines Faulbehälters aus Edelstahl oder Beton in stehender oder liegender Ausführung bzw. mit oder ohne separatem Gasspeicher wurde geprüft, ob einer der beiden auf der Kläranlage Spelle schon vorhandenen Schlammstapelbehälter durch Ausrüstung mit einem Doppelfoliendach und ergänzender Ausrüstungstechnik als sogenannter Biogasfermenter umgenutzt werden kann. Die beschriebene Vorgehensweise zur Umnutzung bereits vorhandener Bausubstanz wurde von der NBank als grundsätzlich förderfähig eingestuft.

Auch das vom Ingenieurbüro Wedi aus Braunschweig vorgelegte Ergänzungsgutachten befürwortete die Umnutzung des Schlammspeichers zum Faulbehälter. Nach erfolgter Prüfung des Ergänzungsgutachtens teilte die NBank am 29.05.2017 mit, dass die Änderungen laut Gutachten förderfähig und plausibel sind und dass die Maßnahme wie geplant fortgeführt werden kann. Daraufhin wurde diese Variante weiter ausgearbeitet und die Anordnung der neuen Anlagen und Gebäude auf dem Gelände der Kläranlage endgültig festgelegt.

Der erforderliche Bauantrag wurde am 01.06.2017 beim Landkreis Emsland zur Genehmigung eingereicht. Die Erteilung der Baugenehmigung durch den Landkreis Emsland erfolgte mit Schreiben vom 14.09.2017.

Im Frühjahr 2018 wurden die Bauarbeiten öffentlich ausgeschrieben.

Mit der Errichtung der Bauwerke wurde die Fa. Kögel-Bau aus Bad Oeynhausen beauftragt. Den Zuschlag für die Lieferung und Montage der Maschinentechnik erhielt die Fa. Oswald Schulze Umwelttechnik aus Gladbeck.

Die Lieferung und Montage der Elektrotechnik erfolgt durch die Firma Electro Niemann aus Niederlangen.

Die Auftragsvergabe erfolgte im Frühjahr/Sommer 2018.

Nach der notwendigen Baugrunderkundung wurde mit den Bauarbeiten im Mai 2018 begonnen.

Die Maßnahmen zur energetischen Optimierung umfassen die Errichtung eines neuen Vorklärbeckens, den Umbau eines vorhandenen Schlammspeicherbehälters zu einem Faulbehälter mit integriertem Gasspeicher und den Neubau eines Maschinenhauses zur Unterbringung des Blockheizkraftwerkes (BHKW) zur Verstromung des im Faulbehälter gewonnenen Klärgases und einer Schlammentwässerungsanlage in Form einer Schnecken-presse.

Bauschild

Die Arbeiten am Vorklärbecken und am Maschinenhaus wurden mit zwei Kolonnen zeitgleich durchgeführt. Die folgenden Bilder zeigen den Baufortschritt des Vorklärbeckens und des zugehörigen Maschinenraumes:

Betonieren des Schlammtrichters des Vorklärbeckens
Einbau der Sohlbewehrung
Betonieren der Bodenplatte
Einschalen und Bewehren der Beckenwände
Bewehrung des letzten Betonier-Abschnittes
Maschinenraum der Vorklärung und neue verbindende Rohrleitungen
Erfolgreiche Dichtigkeitsprüfung des Vorklärbeckens

Die weiteren Fotos zeigen die Errichtung des neuen Maschinenhauses für die Unterbringung des BHKW und der Schlammentwässerungsanlage für den ausgefaulten Schlamm aus dem Faulbehälter:

Einbringen der Bohrpfähle für die Gründung des Maschinenhauses
Freilegen der Bohrpfähle zur Einbindung in die Sohlplatte des Maschinenhauses
Betonieren der Streifenfundamente
Frontansicht des Sockelgeschosses des Maschinenhauses mit überdachter Stellfläche für die Schlammcontainer
Stahlbau für das Obergeschoss des Maschinenhauses
Rückansicht des Maschinenhauses
Rückansicht des Maschinenhauses, im Vordergrund der Schönungsteich

Die nachfolgenden Fotos zeigen die Umbauarbeiten am Schlammspeicherbehälter für die zukünftige Nutzung als Faulbehälter:

Einbau des Estrichs über den Heizschlangen der Fußbodenheizung des Faulbehälters
Neue Innenbeschichtung und Wandheizung des Faulbehälters, im Hintergrund das Obergeschoss des Maschinenhauses
Sockeldämmung und neuer Anbau am Faulbehälter (Bildmitte)

Bearbeitungsstand: Januar 2019

Wird fortgeschrieben